Wheatmeat und Tan-Pops

Seit den frühen 1960er-Jahren begann das Interesse an und der Gebrauch von Weizeneiweiß in der Lebensmittelentwicklung rapide zu wachsen. In den USA wurden im Oktober 1972 zwei kommerzielle Seitan-Produkte eingeführt. „Tan Pops“, Seitan, der auf Spieße gesteckt und in einem Teig frittiert wurde, wurde nachgesagt, so köstlich zu sein, dass allein der Geruch Passanten ins Geschäft von Nik und Joanne Amartseff in Boston gelockt haben soll. John Weissman, der im Herbst 1976 in Cambridge die Vegetable Protein Company gründete, erfand die Marke „Wheatmeat“.

Die ersten europäischen Seitanprodukte wurden vom Belgier Jos Van De Ponseele, dem „bekehrten Schlachter“, hergestellt. Dessen Frau hatte seit 1974 gesundheitliche Probleme, die sich besserten, als sie begann, sich makrobiotisch zu ernähren. Um nicht ständig zwei verschiedene Mahlzeiten zubereiten zu müssen, schloss Van De Ponseele sich der neuen Ernährungsform seiner Frau an. Er aß kein Fleisch mehr, aber verkaufte es noch: Er war Inhaber einer großen Metzgerei, mit 16 Angestellten. Zuerst stellte er um auf Bio-Fleisch, schließlich verkaufte er den ganzen Laden und eröffnete stattdessen zwei Naturkostgeschäfte. Oft fragten Kunden ihn nach adäquaten Alternativen zu Fleisch – doch weder Tofu noch Seitan waren bislang im Naturkostbereich bekannt. Nachdem er in Drogen (Thüringen) ein Seminar von Michio Kushi, einem wichtigen Vertreter der Makrobiotik in den Vereinigten Staaten, besucht hatte, lud dieser ihn ein, sein Geschäft Erewhon Natural Foods in Boston zu besuchen und sich alles anzusehen. In Boston arbeitete Van De Ponseele in Kushis seit 1971 bestehenden Restaurant The Seventh Inn, wo er lernte, Seitan herzustellen. Nach Belgien zurückgekehrt, fing er mit der kommerziellen Produktion an. Er begann mit 500 Gramm pro Woche für Souen, einem makrobiotischen Restaurant in Gent, und nach ein paar Monaten begannen Naturkostläden, bei ihm Seitan zu bestellen. Das erste Produkt hieß schlicht Seitan (1978), es folgten Seitanburger (1979) und Seitan Pâté (1980). Parallel dazu begann er auch mit der Tofu-Herstellung.

Wir verlosen heute fünfmal fünf Packungen unserer Seitan-Medaillons. Damit lässt sich beispielsweise ein traditionelles mexikanisches Weihnachtsgericht in einer veganen Variante herstellen – oder wie wäre es mit Seitanmedaillons Orange zu Weihnachten?

Um teilzunehmen, müssen Sie unsere Gewinnfrage richtig beantworten. Tipp: Die Lösung findet sich hier.

Das Gewinnspiel ist beendet!

Die Frage lautete:

Was bedeutet das Wort „Seitan“?

a) Es kommt vom althochdeutschen „seito“, was „Strick, Darmsaite“ bedeutet
b) Das Wort wurde 1962 in Japan erfunden und verweist auf den Hauptbestandteil des Produkts: Protein
c) Es kommt von „Sheitan“, einem alten Wort für Satan, weil Vegetarier in früheren Zeiten als Ketzer und Teufelsanbeter galten

Die korrekte Antwort ist b)

 


 

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